Katzentweets #5

Natürlich sind an dieser Stelle nicht alle jemals geschriebenen Katzentweets berücksichtigt, dazu fehlt mir die Zeit. (Leider.) Für sachdienliche Hinweise bin ich immer dankbar!

Unser Katzenparadies

Der Lage unserer zauberhaften Wohnung geschuldet sind unsere beiden Katzen Wohnungstiere. Wie jeder Katzenbesitzer haben wir ein paar heißgeliebte Kratzbäume, aber die reichen nicht aus, den Bewegungs- und Kletterdrang unserer Beiden zu befriedigen. Und als einer der beiden Bäume umzugsbedingt endgültig den Geist aufgegeben hat, hat den Mann der Floh gestochen und er hat nicht nur einen neuen besorgt, sondern auch ein kleines Kletterparadies im Flur zusammengezimmert.

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Der alte Kratzbaum (rechts) ist in die Stützbalken integriert, der neue steht hinten. Der obere Querbalken ist ca 2,20m hoch, das Brett darunter liegt etwa bei 1,90m (durch das Loch links können die Katzen auch von unten herauftoben). Diverse Schrägverstrebungen dienen sowohl der Stabilität als auch dem Klettervergnügen der Katzen. Amy sitzt oben auf einem alten Kratzbaumbrett und schläft manchmal auch darauf. Auf dem Brett hinten links kann man sich übrigens auch ganz toll fetzen… Es ist natürlich auch nicht auszuschließen, dass dies nicht die endgültige Fassung ist und der ein oder andere Balken noch dazukommt. Naja, im Flur ist zum Glück genug Platz.

 

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Ein tolles, sehr simples Spielzeug ist übrigens das Innere eines Ü-EIs, in das man drei bis vier Trockenerbsen steckt. Nun noch Loch hineingebohrt und mit einer robusten Kordel (wir haben eine Wäschekordel genommen) an einer der Stufen vom neuen Kratzbaum festgeknotet – fertig!

 

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Ursprünglich für den Balkon gedacht war diese botanische Installation. Eines der ausrangierten Katzenklos wird mit Löchern im Boden versehen, mit Zeitung ausgelegt, dann mit Erde gefüllt und mit Katzenminze bepflanzt. Man hört ja immer von den Wundern, die Katzenminze mit Katzen macht, aber scheinbar wissen unsere Tigerchen das nicht. Das Katzengras allerdings, das wir dann noch in die Mitte gepflanzt haben, sorgt immer wieder für Begeisterung. (Da wir in der Nähe einer großen Erle wohnen, muss das Grünzeug allerdings immer erst auf Wanzen abgesucht werden – diese sondern einen sehr ekligen Saft ab, wenn die Katzen mit ihnen spielen wollen, sodass der Nachmittag auf dem Balkon schon einmal beim Tierarzt endete…) Jetzt steht das ehemalige Katzenklo auf unserem Flur – die Minze wird nach wie vor ignoriert, aber Kasimir schläft gern auf dem Katzengras.IMG-20161013-WA0004.jpeg

Mal sehen, mit welchen fixen Ideen der Mann demnächst so nach Hause kommt – immerhin ist in unserer Wohnung noch viel Platz für, naja, alles mögliche.

Katzentweets #4

Natürlich sind an dieser Stelle nicht alle jemals geschriebenen Katzentweets berücksichtigt, dazu fehlt mir die Zeit. (Leider.) Für sachdienliche Hinweise bin ich immer dankbar!

 

Katzentweets #3

Natürlich sind an dieser Stelle nicht alle jemals geschriebenen Katzentweets berücksichtigt, dazu fehlt mir die Zeit. (Leider.) Für sachdienliche Hinweise bin ich immer dankbar!

 

Katzentweets #2

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Natürlich sind an dieser Stelle nicht alle jemals geschriebenen Katzentweets berücksichtigt, dazu fehlt mir die Zeit. (Leider.) Für sachdienliche Hinweise bin ich immer dankbar!

Spoileralert: Sie hat sie doch vergessen. Aus Versehen natürlich!

Katzentweets

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Familientweets bevölkern das Internet noch und nöcher (die liebsten gibt es hier). Aber eine Ansammlung von Katzentweets fehlt, obwohl die Menge an Katzentweets durchaus nicht irrelevant ist. (Ganz vielleicht bin ich daran auch beteiligt.) Deswegen versuche ich das mal, vielleicht haben Sie ja Spaß daran.

Gott zum Gruß

Liebe Presse, liebe Medien, liebe Tagesschau,

ich weiß ja, ihr meint es gut. Ihr wollt uns informieren und dabei möglichst nichts auslassen. Ihr habt ja einen Auftrag, und den wollt ihr ausführen. Deswegen schreibt oder sagt ihr auch, dass die Attentäter in Paris und anderswo, die sich mit Sprengstoffgürteln in die Luft gejagt haben, vor ihrem finalen Akt ‘Allahu akbar’ gerufen haben. ‘Gott ist am größten.’ Ob sie das tatsächlich haben oder nicht, kann man nicht nachvollziehen, weil man in der Regel glücklicherweise nicht dabei war.

So weit so gut. Aber sollte man sich nicht Gedanken machen, was für eine Folge diese Aussage haben könnte? Jeder islamistische Terrorist ruft ‘Allahu akbar’, also bleibt es nicht aus, dass unreflektierte Menschen schlussfolgern: Jeder, der ‘Allahu akbar’ sagt, ist ein Terrorist. Das ist gefährlich. Schließlich wird das takbir in jedem Gebet fünfmal wiederholt; bis zu fünfmal am Tag.

In Bayern wird man regelmäßig mit ‘Grüß Gott’ begrüßt. Muss ich mir bei meinem nächsten Münchenurlaub jetzt Sorgen machen, dass mir der nette Großvater in Tracht gefährlich werden könnte?

Bildungsauftrag gut und schön; aber vielleicht sollte man sich Gedanken über das Bildungsniveau der Empfänger machen und seine Informationspolitik daran anpassen. Ein harmloser Gruß ist in den allermeisten Fällen genau das. Ein harmloser Gruß.

Meine kleine Heimatstadt.

[Hinweis: Ich schreibe hier über eine Gruppe Menschen, von der ich stark hoffe, dass sie in der Minderheit ist. Nicht alle Leute denken so wie die erwähnten. Hoffe ich.]

Meine Eltern wohnen in Detmold. Detmold ist Residenzstadt mit ca. 83.000 Einwohnern, rühmt sich mit Kunst und Kultur, einer Musikhochschule, einem Erstliga-Handball-Verein (dem TBV Lemgo) in greifbarer Nähe und einer wirklich hübschen Innenstadt. Sehr lebenswert, alles in allem. Ich studiere gar nicht so weit weg von da und habe den Plan, irgendwann im nächsten Jahr in diesem wunderbaren, kleinen Städtchen mit meinem Freund zusammenzuziehen. Ich komme immer wieder gern dahin und nehme sogar in Kauf, eine Stunde im Zug zu sitzen, nur um mein Cello zum Geigenbauer meines Vertrauens zu bringen. Man kennt sich ja.

Nun habe ich bei meinen Eltern im Keller eine Menge unbespieltes Lego gefunden, das seit fast 10 Jahren vor sich hinverstaubt. Die Kinder in den Flüchtlingsunterkünften würden sich sicher sehr darüber freuen, dachte ich, googelte fix ‘Flüchtlinge Spenden Detmold’ und landete auf der Seite der Lippischen LandesZeitung. Als ich die Kommentaren las, konnte ich mich nicht zwischen heulen und kotzen entscheiden. Nie hätte ich gedacht, dass in meinem wunderbaren, beschaulichen, ja pittoresken Detmold solche Ansichten verbreitet sein könnten. Nur ein Beispiel: Es wird von ‘Horden schwarzer Männer’ geschrieben, die tagsüber die Nachbarn begaffen würden, wenn sie durch die Straßen gingen. Als hätte man, nur weil man Flüchtling ist, kein Recht und kein Bedürfnis, sich zu bewegen. Dass auch gegen die Politik gewettert wird, war klar, in diesem Fall die ‘grünen Gutmenschen’. Die Kommentare sind gar nicht mal unbedingt offen fremdenfeindlich. Aber sie bringen mich doch latent zum Kotzen. Und was noch schlimmer ist: Man kann unter dem Kommentar mit + oder – seine Meinung zum Ausdruck bringen. Zuerst habe ich das System gar nicht richtig verstanden. Der Kommentar ‘Ich hatte bislang keinerlei Probleme mit den dortigen Gästen. Sie alle haben aus blanker Not ihre Heimat verlassen, und es ist unsere christliche Pflicht, ihnen das Gefühl zu geben, dass sie hier sicher und willkommen sind’ ist mit 34+, aber 89- bewertet. Der mit den Horden schwarzer Männer mit 45+ und 10-. Ist ja auch praktisch, man kann seine Meinung zum Ausdruck bringen, ohne sie zu sagen. Und scheinbar geht der Tenor dieser speziellen Leser in Richtung ‘Ausländer nehmen uns Haus, Frau und Arbeit weg und gehören verboten’. [Edit: Die LZ hat beim entsprechenden Artikel die Kommentare gesperrt. Leider gibt es auch andere Artikel mit entsprechenden Kommentaren, aber was will man machen.]

Ich respektiere die Meinungsfreiheit absolut und bin sehr dankbar, dass wir sie haben. Denn sie erlaubt mir, offen meine Meinung zu sagen, in dem Fall, dass ich die Meinung einiger der Kommentierer scheiße finde. Weil sie so engstirnig ist. So verbohrt, egoistisch und vor allem undankbar. Jemand, der alles hat, ein Dach über dem Kopf (teilweise ein Eigenheim), seine gesunde Familie bei sich, jeden Tag mehr Essen im Haus als er kochen kann – so jemand missgönnt anderen das bisschen Sicherheit und Zuflucht, das sie im Moment finden können? Da war jemand über Wochen und Monate unterwegs, hat vielleicht Freunde und Familie verloren, hat alles verloren, abgesehen von den Kleidern am Leib und seinem Handy, mit dem er Kontakt nach Hause halten kann – und dann kommt so ein piefieger kleiner Detmolder, der Angst um sein Begonienbeet hat, und … *an dieser Stelle unartikulierte Schreie und Haar-ausreiß-Geräusch einfügen* … Ja, ich weiß, dass es Menschen gibt, die sich Sorgen machen, und ich kann es ja auch nachvollziehen. Aber dann halt auch wieder nicht. Denn sie wollen ja scheinbar gar nicht raus aus ihrem kleinen, gemütlichen Kokon und die Leute kennenlernen, gegen die sie da so wettern. Schmieren lieber Stammtischparolen ins Internet und erwarten, dass dadurch alles besser wird.

Ein letzter Hinweis. In meinem Umfeld wird die LZ auch ‘Lippische LandesBild’ genannt. Und scheinbar hat sie teilweise ähnliche Leser wie das Original. Vielleicht sollte sie öfter mal die Kommentare sichten, wenn es um solch heikle Themen geht. Aber hey – jedem seine Meinung. So. Und jetzt gehe ich Lego spenden, in Detmold, damit die Flüchtlinge wenigstens ein bisschen das Gefühl habe, willkommen zu sein.

Du warst sieben.

Du warst sieben. Ich sehe Dein Gesicht noch so deutlich vor mir, als wir bei uns im Garten Himbeeren suchen – Sommersprossen, rote Haare, Brille. Ganz der Papa. Glücklich.

Zwei Wochen später die Nachricht. Richtig verstanden habe ich sie erst am nächsten Tag. Ganz begriffen bis heute nicht. Ich kann es nicht aussprechen, werde es vielleicht noch lange nicht können. Wie kann ich etwas aussprechen, das ich nicht mal verstehe? Wie kann ich meine Gefühle in Worte fassen, wenn sie nur ein dumpfes Abbild dessen sind, was andere empfinden? Wie muss es Deiner Familie gehen, Deinen Freunden, Deinen Lehrern? Welche Berechtigung hat mein Schmerz? Und Du hättest vielleicht gelächelt, Dein schlaues kleines Kinderlächeln, und hättest verstanden, dass jeder auf seine Weise traurig ist.

Es waren so viele Menschen auf Deiner Trauerfeier. Menschen, die Dich vermissen, die Dich gern haben, denen Du fehlst. Für mich war der Anblick meiner eigenen Trauer und Fassungslosigkeit auf den Gesichtern fremder Menschen tröstlich und schmerzhaft zugleich. Warum schmerzt mich Dein Tod so? Vielleicht, weil Deine Mama eine Freundin von mir ist, weil ich Dich kannte, weil Du eine bemerkenswerte Person warst. Dein Sarg war so klein. Viel zu klein. Und bunt bemalt: Wir konnten Dir etwas auf den Weg von uns mitgeben, eine Kleinigkeit nur – ein Bild, einen Handabdruck, ein paar Worte. Da waren ein Dino, ein Elefant, eine Rakete, ein Flash-Blitz (habe ich gewusst, dass Du ‘Flash in Motion’ warst? Vermutlich nicht)… Eigentlich kannte ich Dich nicht gut, habe ich gedacht. Jedenfalls nicht besser als die ganzen Kinder, die da waren, oder Deine Verwandten. Aber ich hätte Dich so gerne besser kennengelernt. Deine Begeisterung für das Weltall geteilt, Deine ersten Gehversuche auf der Geige erlebt, Dich als Deine Babysitterin abends ins Bett gebracht. Dir und Deinem Bruder euer Schlaflied gesungen. Deine erste Freundin kennengelernt.

Dein Bruder sagt, dass Du auf einem Stern sitzt und auf uns alle aufpasst. Es ist eine schöne, eine tröstliche Vorstellung. Manchmal stehe ich nachts am Fenster und suche nach einem passenden Stern für Dich. Reitest Du auf den Sternschnuppen Galopp? Und springst Du, kurz bevor sie verlöschen, auf die nächste? Geht es Dir gut, da wo Du jetzt bist?

Du bist sieben.

Ich bin Kindergärtnerin, und das ist gut so.

[Anmerkung. Ich will hier niemandem auf die Zehen treten, zumal, wie bereits erwähnt, ich hier nur meine persönliche Meinung wiedergebe. Weder will ich jemandem seine verbieten noch schlechte Laune verbreiten.]

“Kindergärtnerin”, das ist ein altes Wort, das stammte aus der Zeit, als meine Erbgroßtante Ursula ihre Ausbildung zur solchen begann. Heute ist man “Erzieherin”, das ist modern, das hebt uns auf einen Stand mit den Sozialarbeitern, das fetzt! …

Als ob. Wir streiken für mehr Geld, weil wir eben nicht mit den Sozialarbeitern gleichgestellt sind. Warum auch, wir sitzen ja nur da, trinken Kaffee und sagen ab und zu “Kevin, bitte hau Schantall nicht mit der Schippe”. (Obacht, Freunde. Das war Ironie.) Ein Bekannter meinte neulich, er sei verwundert. “Ihr streikt ja gar nicht für bessere Arbeitsbedingungen, sondern nur für mehr Geld?” Ja und nein. Wenn wir mehr Geld bekämen, würden mehr Leute den Job machen. Wenn mehr Leute den Job machen würden, fielen Überstunden und Überbelastung weg. Das wären bessere Arbeitsbedingungen. (Oder hat schon mal jemand versucht, bravere Kinder zu erstreiken?) Wir streiken aber auch für mehr Anerkennung. Und die bekommt man nicht durch einen tolleren, wissenschaftlicheren Namen. Rosenkohl ist immer noch Rosenkohl, auch wenn ich den Kindern sage, dass er Schokolade heißt. Und schmeckt genauso scheiße.

Ich finde, es ist eine Frage der Wortwahl und der entsprechenden Konnotation. Und eine Frage von meinem eigenen Berufsbild. Will ich erziehen und unterrichten? An den Kindern ziehen und herumrichten, bis sie genau in das Schema passen, das die Gesellschaft von ihnen hat? Bis alle ganz gleich sind? – Oder will ich gärtnern? Wachsen, gedeihen und auch mal ausufern lassen? Jedem einzelnen Kind die Aufmerksamkeit zukommen lassen, die die es braucht? Letztenendes kann es jeder halten, wie er will. Es soll ja niemand gezwungen werden, sich für seine Art der Arbeit zu rechtfertigen. Aber es darf dann auch niemand erwarten, dass ich mich im Privaten Erzieherin nenne, wenn ich mich mit dem Begriff nicht identifizieren kann.

(Ich empfehle übrigens wirklich jedem, der keine Kinder hat, mal einen Tag lang die Arbeit in der Kita zu begleiten. Selber Kinder zu wickeln, ihnen Spielzeug aus dem Mund zu nehmen, sich dabei beißen zu lassen, die Kinder von Salat zu begeistern, mit kackbratzigen Eltern umgehen zu müssen, Überstunden zu machen. Die Kollegen können jedenfalls die Unterstützung gut brauchen.)

 

PS. Wenn man schon einen angemessen hochtrabenden Namen für diesen vielschichtigen Beruf haben will, plädiere ich für Kindheitspädagogin.